Erste Online-Prüfungsvorbereitung

Für eine Prüfungsvorbereitung nutzte ich erstmals die Möglichkeit der Online-Version. Die Gründe die zu der Entscheidung für die Online-Version geführt haben, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • TeilnehmerInnen mit verschiedenen Prüfungsschwerpunkten,
  • zu große Niveauunterschiede im vorhandenen Wissen,
  • Vorbereitung auf unterschiedliche Prüfungsmodule zur selben Zeit,
  • zusätzliche krankheitsbedingte Nacharbeiten und
  • die zur Verfügung stehende Zeit.

Bei allen TeilnehmerInnen waren die technischen Voraussetzungen und die Online-Kommunikationskompetenzen gewährleistet.
Für die TeilnehmerInnen plante ich jeweils 30 Minuten Gespräche ein. Alle an der Übung teilnehmenden LernerInnen erhielten im Vorfeld Schwerpunkte mitgeteilt. Für die technische Umsetzung wurde die Funktion “Gruppenkonversation” in Skype verwendet. Es wurden insgesamt 4 Gruppensitzungen durchgeführt.
Ablauf:
In der ersten Sitzung waren die vorhandenen Grundkenntnisse gefragt. Dabei ging es nicht um die Beantwortung von Faktenfragen, sondern um die Erfassung der allgemeinen Kenntnisse. Die TeilnemerInnen erhielten ein fallbezogenenes Beispiel aus dem jeweiligen Stoffgebiet und mussten danach ihre Antworten formulieren.
In den weiteren Sitzungen wurden dann auf die vorhandenen Kenntnisse aufgebaut und immer mehr formales Wissen in die Abfragen eingebunden.
Bereits in der ersten Sitzung kam ein in der Litartur oft beschriebener Fakt zum Tragen: die notwendige Motivation der Teilnehmenden. Ich musste wirklich viel Zeit für die Motivation einplanen. Einplanen ist hier der falsche Ausdruck, denn ich hatte bis dahin noch keine Erfahrung. Also koppelte ich die Motivation mit den Fragen zum Fachwissen. Als Beispiel möchte ich ein Szene beschreiben. Es ging im Fachgespräch um die Grundlagen vom objektorientierten Programmiersprachen. Hier bilden die Begriffe “Objekt”, “Objektvariable”, “Klasse” und “Vererbung” immer ein prüfungsrelvante Rolle, da diese Begriffe zum Grundwissen gehören. Offensichtlich hatte eine Teilnehmerinn hier keinerlei Verständnis aufgebaut. Bis zu dem Moment als ihre Tochter in die Gruppensitzung “reinplatzte”. Ich reagierte sofort und stellte eine Verbindung zwischen den Begriffen “Klasse” und “Objekt” zu den Begriffen “Mutter” und “Tochter”. Einigen Informatikern wird dieser Vergkeich bestimmt das Herz brechen, nur eine andere Möglichkeit hatte ich im Moment der Gruppensitzung nicht. Nur wenn die besagte Teilnehmerin sich jetzt ein Bild von den Begriffen der objektorientierten Programmierung machen kann, ist doch das Lehrziel erreicht.
Diese erste Erfahrung mit einer Online-Prüfungsvorbereitung hat mich ermutigt auf jeden Fall weiter zu machen. Die Vorbereitung, Durchführung und Nacharbeit müssen meinerseits noch verbessert werden, u.a. könnte ich noch andere didaktische Mittel einbeziehen.
Zum Abschluss bleibt eine neue Frage: Welche Rolle spielte ich in diesem Szenario?  E-Moderator, E-Tutor, E-Teatcher, Tele-Tutor, E-Trainer, Tele-Mentor oder E-Mentor.

Stufe 3: Informationsaustausch nach Gilly Salmon

Stufe 3 – “Informationsaustausch” des 5-Stufen-Modell für Online-Lernen nach Gilly Salmon

E-tivities

  • Welche Bedeutung messen Sie der Stufe 3 innerhalb eines Moderationsprozesses zu? Sehen Sie Unterschiede zu einer Face-to-Face Situation?
  • Befinden Sie sich derzeit auf der Stufe 3 oder haben Sie diese bereits erfolgreich abgeschlossen? Bitte begründen Sie Ihre Antwort.
  • Haben Sie die bisherigen Aktivitäten in diesem Kurs unterstützt/nicht unterstützt, diese zweite Stufe erfolgreich zu erreichen/abzuschließen?
  • Welche weiteren Unterstützungsmaßnahmen könnten Sie sich als E-Moderator/in vorstellen?

Allgemeine Bemerkungen zur dritten Stufe

Nach Salmon sollen in der Stufe 3 Informationen ausgetauscht und kooperative Aufträge erfüllt werden. Mit der asynchronen Kommunikation erhalten die Lernenden die Möglichkeit, entsprechend des individuellen Lerntempos die Aufgaben zu erfüllen. Zwei Interaktionsarten kommen zur Anwendung: die Interaktion mit dem Kursinhalt in Form von Print- oder/und Onlinemedien und die Interaktion mit dem E-Moderator bzw. den anderen Lernenden. Die Kursinhalte stehen den Lernenden vor Kursbeginn zur Verfügung. Es besteht die Möglichkeit, über zusätzliche Links weitere Informationen zur Verfügung zu stellen. Diese Informationen können sich motivierend auf die Lernenden auswirken, da sie begrenzte Inhalte zur Verfügung gestellt bekommen und sich somit besser auf die Erfüllung der Aufgaben konzentrieren können. Der E-Moderator kann die Lernenden auch selbständig Informationen suchen lassen, sollte jedoch im Vorfeld bereits Quellen recherchiert haben, die er dann zur allgemeinen Verfügung stellt.

Der Schwerpunkt in der Stufe 3 ist die Kommunikation. Die notwendigen Tools wurden in Stufe 1 eingeführt und in Stufe 2 gefestigt. Mit den kooperativen Aufträgen sollten jetzt weitere Tools für die Kommunikation sowie für die gemeinschaftliche Arbeit eingeführt werden. Bereits im Vorfeld der Nutzung ist auf eventuell auftretende “technische Schwierigkeiten” hinzuweisen, um motivierend auf die Lernenden einzuwirken. Die Arbeit des E-Moderators hat in den Bereichen der Aufgabenauswahl, der Gruppengestaltung, der Quellensammlung und der Tools eine große Bedeutung. Ihm muss es nämlich gelingen, die Aufgabenstellung auf der Grundlage der in den Stufen 2 und 3 gesammelten Informationen über die Lernenden so zu formulieren, dass ein erfolgsorientiertes Lernklima erzeugt wird. Dieser anzustrebende Erfolg in der Stufe 3 kann sich ebenfalls nur dann abzeichnen, wenn es dem E-Moderator gelingt, bei den Lernenden der Gruppen eine gleichmäßige Informationsaustausch-Aktivität zu entwickeln. Die in diesem Zusammenhang auftauchenden Verhaltensweisen “Lurking” oder “Zaungast” verlangen besondere Konsequenzen: Der E-Moderator wird die Gründe für die “Lurking-Aktivität” ermitteln und mit motivierenden Mitteln entgegenwirken; im Bedarfsfall wird er zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb des Kurses Aktivitäten abfordern.

Häufig werden in dieser Stufe 3 Unterschiede zwischen der Online- und der Face-to-Face-Kommunikation auftreten. Die Unterschiede sind durch die Asynchronität der Kommunikation und durch fehlende nonverbale Merkmale gekennzeichnet. Der E-Moderator kann hier zusätzliche E-tivities einbringen. Als Beispiele werden genannt: die Festlegung der Rede-Reihenfolge in virtuellen Klassenzimmern, die Arbeit mit Emoticons oder die Vereinbarung von Zeichen und Symbolen, um Anfang und Ende der Gespräche zu kennzeichnen. Die Regeln der Kommunikation müssen bekannt und von den Lernenden akzeptiert werden.

An dieser Stelle sind Bemerkungen zur Disziplin innerhalb des Kurses notwendig. Zu dieser Disziplin gehören neben einem umgänglichen Schreibstil und einem freundlichen Informationsaustausch auch die deutliche und eindeutige Formulierung von Informationen und Kommunikationsinhalten. Diese Disziplin gilt für alle Rollen im Onlinekurs. Salmon spricht in ihren Beispielen mit dem Zeitfaktor noch einen weiteren Unterschied zwischen Face-to-Face- und Online-Kommunikation an. Die Online-Kommunikation kann in der Anfangsphase noch von vielen Rückfragen geprägt sein, bevor ein Ergebnis vorliegt. Stelle ich einem Lernenden eine Frage, so kann ich bei der Face-to-Face-Kommunikation sofort eine Antwort hören oder sehen, und sei es nur ein “äh” oder die Farbänderung in seinem Gesicht. In dieser Situation könnte man mit einer abgewandelt gestellten Frage reagieren. Erhalte ich in einer Online-Kommunikation keine Antwort, so können die Gründe vielfältig sein, zum Beispiel kann ein technisches Problem vorliegen.

Auf eine Besonderheit sollte der E-Moderator hinweisen. Als Beispiel sei hier Skype erwähnt. Hier kann ich ungewünschte Gesprächspartner von der Kommunikation ausschließen, indem ich sie “blockiere”. Aber dieses Problem ist auch in Präsenzkursen vorhanden. Erkennbar wird so eine Situation, wenn verschiedene Lernende Forenbeiträge schreiben oder Fragen formulieren. Die einen bekommen sofort eine Antwort, andere oder Einzelne bekommen keine Antwort. Extrem wird die Situation, wenn ein “Liebling” dieselbe nicht beantwortete Frage noch einmal stellt und diese gleich beantwortet bekommt.
Salmon beschreibt diese Sachverhalte mit der Konzentration auf kritische Kompetenzen der E-Moderation.

Persönliche Bemerkungen zur dritten Stufe

Die E-tivities im Block 2 waren auf die Vervollkommnung der Fähigkeiten im Informationsaustausch ausgerichtet. Entweder waren die Kritiken der E-Moderatoren so gut verkleidet oder es gab keine Kritiken. Im ersten Fall verdienen unsere Tutoren ein großes Kompliment. Im zweiten Fall: schade, es gibt doch immer Reserven an denen Lernenden wachsen können. Da es sich um eine neue Gruppenzusammensetzung handelte, hätte ich mir für die Aufgabe Zwischenschritte gewünscht, die kurz reflektiert werden.

Die Aufgabenstellung selbst war sehr gut ausgearbeitet und die Informationsbereitstellung ausreichend. Zum Teil waren schon Aktivitäten der vierten Stufe zu erkennen.

Quelle: Salmon, Gilly (2004): E-tivities. Der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen. Zürich: Orell Füssli.

Stufe 2: Online-Sozialisation nach Gilly Salmon

Stufe  – “Online-Sozialisation” des 5-Stufen-Modell für Online-Lernen nach Gilly Salmon

E-tivities_stufe_2

Welche Bedeutung messen Sie der Stufe 2 innerhalb eines Moderationsprozesses zu? Sehen Sie Unterschiede zu einer Face-to-Face Situation? Befinden Sie sich derzeit auf der Stufe 2 oder haben Sie diese bereits erfolgreich abgeschlossen? Bitte begründen Sie Ihre Antwort. Haben Sie die bisherigen Aktivitäten in diesem Kurs unterstützt/nicht unterstützt, diese zweite Stufe erfolgreich zu erreichen/abzuschließen? Welche weiteren Unterstützungsmaßnahmen könnten Sie sich als E-Moderator/in vorstellen?

Auf der zweiten Stufe befindet man sich, wenn man die Erste gemeistert hat und immer auf diese Grundkenntnisse zurückgreifen kann. In der Stufe der Online-Sozialisation wird es auch zu einer Vervollkommnung der Fähigkeiten und Fertigkeiten kommen.

Gehen wir einmal davon aus, dass ich diese Zugänge zu den Systemen bewältigt habe. Salmon spricht bei der Online-Sozialisation von der Schaffung einer eigener “Mikrogemeinschaft”. Diese wird zum Teil von den technischen Zugängen gebildet. Der Hauptanteil wird, von den Personen die sich darin befinden oder befinden werden, getragen. Es wird eine “spezifische kulturelle Erfahrung” gemacht. Alle Teilnehmer werden dabei unterschiedliche Erfahrungen machen. Online-Sozialisation bedeutet im Nenner, u.a. wie gelingt es dem Einzelnen sich in die Gemeinschaft einzubringen und wie wird der Einzelne von der Gemeinschaft aufgenommen. Für diese Eingliederung, ist im Falle unserer Gemeinschaft eine gute Vorarbeit durch die Face-to-Face Erfahrung in Duisburg gemacht worden.

Bisher bestand unserer Aufgabe in dem Einstellen von Einzelaufgaben oder in dem Unterordnen unter ein Thema. Da ich schon andere Online-Gruppen erleben durfte, wäre jetzt der zweite Schritt notwendig: wie verhalten sich die Angehörigen der Gemeinschaft bei einer gemeinsamen Aufgabe? Der äußere Druck (Prüfung) ist in unserer Gemeinschaft nicht gegeben. So kann es meiner Meinung nach auch nicht zu Konflikten kommen. Diese Bewältigung wäre auch für den Prozess der Online-Sozialisation notwendig. Salmon meint unter Bezug auf Tolmie und Boyle, dass dort wo die Unterschiede zwischen den Mitgliedern zu klein sind, wenig gelernt wird. Meine bisherige Erfahrung ging immer davon aus, dass mehrfach homogene Gruppen nicht den Lernerfolg erzielen können wie “homogenere” Gruppen. Betrachtet man den Lernprozess unter der Berücksichtigung der Online-Sozialisation, so wäre es für einen Moderator wichtig, gerade die Unterschiede aufzuzeigen und geeignete E-tivities zu entwickeln um den Lernprozess zu Erfolg zu führen. Dies geschieht in unserer Gemeinschaft. Mir wurde wieder einmal vor Augen geführt, dass bei der Beantwortung selbst der einfachsten Fragen, immer wieder neue Informationen für mich dabei sind.

Das Vertrauensnetzwerk ist geknüpft. Kein Mitglied muss sich schämen, wenn Fragen gestellt werden. Seitens der Gemeinschaft, der auch die Moderatoren angehören, werden diese Aktivitäten wohlwollend aufgenommen und gemeistert. Neben dem vorhandenen Vertrauen sind die Festlegungen bzw. die Anerkennung der Normen wichtig. Auch in diesem Bereich haben die Moderatoren sehr gute Arbeit geleistet.

Gibt es auch Anzeichen, dass ich mich noch nicht auf der zweiten Stufe befinde? Bei dem Versuch in Second Life einzutauchen bemerkte ich selbst, wie es ist, wenn man die Online-Sozialisation nicht bewältigt hat. Der Eigenversuch musste scheitern. Gründe dafür sind, u.a. die mangelnden Kenntnisse über Second Life, eine gewisse Schamgrenze und der Alleinversuch. Ein zweiter Versuch unter Anleitung eines Moderators oder eines Gruppenmitgliedes sollte den gewünschten Erfolg bringen.

Habe ich die zweite Stufe abgeschlossen?

Ja!

Die Teilnehmer tauschen Gedanken online aus. Die Teilnehmer besitzen das notwendige Vertrauen in die Gemeinschaft.Die Gemeinschaft arbeitet unter der Anleitung der Moderatoren in den vorbereiteten Räumen zusammen.Die Plattform “Online Campus” wird regelmäßig besucht.Alle TeilnehmerInnen der Gruppe haben sich vorgestellt und ihre Erfahrungen zur ersten Stufe gesammelt. Ich kann, wenn ich mal einen Namen vergessen habe, immer in “meiner Gruppe” nachschauen.Das “Du”-Angebot unserer Mentoren hat einen sehr positiven Einfluss auf die Arbeit in der Gemeinschaft.

Nein!

Die Teilnehmer agieren noch nicht untereinander. Ich sehe zwar wann die Mitglieder der Gruppe online sind, habe jedoch noch keinen triftigen Grund gefunden sie anzusprechen.Wir sind im Moment noch sehr Mentoren zentriert.Ein Steckbrief wurde noch nicht erarbeitet, kann jedoch Thema der nächsten Übung sein.

Notwendige Kompetenzen von Lernenden

Die im folgenden genannten Kriterien wollen keinen “Musterlernenden” darstellen, sondern dienen der Übersicht der notwendigen Kompetenzen. Die damit verbundenen Kritiken und Probleme werden hier noch nicht beschrieben.

Um an Lernprozessen teilzunehmen werden von den Lernenden Grundkompetenzen erwartet. Hier können, u.a. die Lese-/Schreibkompetenz, die Sprachkompetenz und die soziale Kompetenz, genannt werden. Im Zusammenhang mit den neuen Lehr- und Lernformen sind weitere Kompetenzen notwendig. Tabelle 1 stellt eine Übersicht dar.

Nutzungskompetenz

Informationskompetenz

Kommunikationskompetenz

Medienkompetenz

Selbstlernkompetenz

Computerkenntnisse

Problemlösungskompetenz

Selbststeuerungskompetenz

Kooperationskompetenz
Interkulturelle Kooperationskompetenz

Schlüsselqualifikation

Teamfähigkeit

Tätigkeitsbezogene Kompetenz

Problemerkennungs-
kompetenz

medientechnische
Fähigkeiten

Tabelle 1 Übersicht der notwendigen Kompetenzen von Lernenden beim Umgang mit neuen Medien

Eine “Rangfolge” ergibt sich aus den Anhängigkeiten der Kompetenzen untereinander. Ein Lerner ohne grundlegende Computerkenntnisse wird sicherlich auch eine weniger ausgeprägte Medienkompetenz besitzen. Oder ein Lerner mit sehr guten Computerkenntnissen und Informations-/Medienkompetenz muss nicht teamfähig sein.

Es gilt wie bei allen Lehr- und Lernprozessen ein Vertrauen aufzubauen und die Ängste abzubauen. Der Ausgangspunkt für alle Lerner bei der Nutzung neuer Medien ist der sichere Umgang mit der für den Prozess notwendigen Technik. Hier sind der Personalcomputer, die Programme oder Handys zu nennen. Wie im traditionellen Unterricht sollte er in der Lage sein, sich die für ihn notwendige Information zu beschaffen. Wenn man etwas sucht, muss man nachschauen oder jemanden fragen. Die Frage lautet: Wie? Wo? Womit?

Die im herkömmlichen Unterricht gelernte Problemlösungskompetenz kann auf die neuen Medien erweitert werden. Aus der Ausleihe eines Buches in der Bibliothek, wird durch das Internet der Zugriff auf viele Bibliotheken. Der Lerner muss bei der Nutzung der neuen Medien Strategien erlernen, die er dann in vielen Bereichen anwenden kann. Diese Lösungs-Strategien müssen nicht auf neue Lehr- und Lernprozesse ausgelegt sein, sondern können auch im “normalen” Lebensalltag wichtig sein.

Über diese Lösungs-Strategien wird die Problemlösungskompetenz für den Lern- und Arbeitsprozess ausgebildet. Nahtlos schließt sich die Entwicklung der Fähigkeit zum Selbstlernen an. Selbstlernen beginnt jedoch mit Selbstorganisation. Ist der Lerner nicht in der Lage sich selbst zu organisieren, z.B. seinen Tagesablauf zu planen oder sich bei verschiedenen Lernaktivitäten nicht ablenken zu lassen, wird auch die Selbstlernfähigkeit nicht zur Selbstlernkompetenz entwickelt. Diese Aufteilung der drei Begriffe und die synonyme unscharfe Verwendung wird ebenfalls von Grotlüschen (2007, S.) verwendet.

Für die Aneignung neuer Wissensinhalte sind Strategien, notwendig die im Ergebnis zu Problemlösungs- und Selbstlernkompetenz führen. Der bisher beschriebene Weg ist gekennzeichnet durch das einzelne Individuum. Da das Bildungssystem selbst aus verschiedenen Systemen besteht und von verschiedenen Systemen abhängig ist, müssen die sozialen, kommunikativen und kooperativen Faktoren durch den Lernen beachtet werden. Der Teilnehmer einer Schulung lernt nicht zum Selbstzweck, sondern weil er in einer Abhängigkeit zu einem anderen System steht und sich über den Lernerfolg einen Vorteil erarbeiten möchte. Zu der Selbstlernkompetenz kommen die Kooperations-kompetenz, Teamfähigkeit und tätigkeitsbezogene Kompetenz hinzu. Basieren die Computerkenntnisse auf einer einfachen Medienkompetenz, so wird bei der Vervollkommnung der Selbstlernkompetenz auch die Medienkompetenz erweitert. Im Zusammenhang mit der Kommunikation zwischen dem Lerner und anderen Personen ist die ganze Bandbreite der Medienkompetenz zu beherrschen. Hier spielt auch die Selbstlernkompetenz eine große Rolle. Der Lerner kann jetzt die Entscheidung treffen, welches Medium ihn in seinem Lernprozess zum Erfolg führt. Nach Tumpel (2008, S. 28) werden Computer- und Softwarekenntnisse, sowie die Fähigkeit zur Anwendung neuer Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien, zunehmend als Standardwissen vorausgesetzt. Mandl und Kopp (2007, S. 33) beschreiben, “dass die Lernenden über ein gewisses Maß an Selbststeuerungs- und Kooperationskompetenzen verfügen, … Nur wenn der Lernende weiß, wie er sich Informationen besorgen, diese verarbeiten und für Problemlösungen nutzen kann, wird er anwendungsrelevantes und nützliches Wissen erwerben.”

Die in den neuen Lehr- und Lernformen angesprochenen Kompetenzen tragen eine wichtige Charaktereigenschaft des Menschen in sich – die Selbstmotivation. Die Motivation ist Ausdruck des Willens eines Lerners den Lernprozess zum Erfolg zu führen.

Literatur:

Grotlüschen, Anke (2007): Blended Learning für gering qualifizierte Lerner? Online verfügbar unter http://www.medienpaed.com/06-1/grotlueschen1.pdf, zuletzt aktualisiert am 28.03.2007, zuletzt geprüft am 30.01.2009.

Mandl, Heinz; Kopp, Birgitt (06.11.2007): Blended Learning: Forschungsfragen und Perspektiven. Forschungsbericht. München. Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Pädagogische Psychologie. Online verfügbar unter http://epub.ub.uni-muenchen.de/905/1/Forschungsbericht182.pdf, zuletzt geprüft am 30.01.2009.

Erstellungskompetenz

Philipp Kröpelin beschreibt in einem Vortrag die Erstellungskompetenz. Der Vortrag trägt den Titel: “Regionale Verbünde für erfolgreiches E-Learning. Akteure, Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit”. Im Zusammenhang mit der Klärung der Frage nach E-Learning in der Region, beschäftigt er sich mit den Akteuren die am E-Learning beteiligt sind. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten kann über ein Geschäftsmodell organisiert werden. Bei der Beschreibung der Parameter eines Geschäftsmodells für die Bildungsdienstleistungen, werden auf die Lesitungserstellung und das Lesitungsangebot eingegangen. Bei der Leistungserstellung stellen das Vorgehen und die Methoden die Kernkompetenz dar. Dem Erstellungsaufwand wird ein großes Augenmerk geschenkt. Die Erstellungskompetenz im Sinne der klassischen Weiterbidlung beinhaltet:

  • die Marktanforderung,
  • das Curriculum,
  • das Menagement von Trainerpools,
  • das Veranstaltungsmanagement und
  • die Durchführung von Prüfungen.

Dei Erstellungskompetenz im Sinne der elektronischen Weiterbildung umfasst:

  • die Bedarfsermittlung, Zielgruppenanalyse, Konzeptentwicklung, Evaluation,
  • die Ausbildung und das Management von Teletutoren,
  • die Marktbeobachtung, Sammlung, Systematisierung, Redaktionelle Bearbeitung, Qualitätssicherung,
  • das Transaktionsmanagement, Kooperationsmanagement und
  • das Hosting von Technologie und Technischen Services.

Zusammendfassend beschreibt Kröpelin die Erstellungskompetenz als Gesamtheit

  • der Didaktischen Methoden und das geschulte Personal,
  • die Redaktion und die technische Produktion,
  • das Prozessmangement,
  • die Softwareentwicklung und
  • das Merketing und den Vertrieb.

Quelle: Kröpelin, Philipp (2006): Regionale Verbünde für erfolgreiches E-Learning. Akteure, Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit. Beitrag zur Fachtagung „Perspektiven des elektronischen Lernens in regionalem Kontext – Anbieter, Anwender und Akteure im Austausch “. Online verfügbar unter http://www.hessen-it.de/mm/Vortrag_Kroepelin.pdf, zuletzt aktualisiert am 02.11.2006, zuletzt geprüft am 23.10.2009.