Zur allgemeinen Kategorisierung von Tweets möchte ich zustimmen, dass es neben der Kategorie Privat (Hobby, Erleben, Meinung…) die Kategorie Kommerziell (Werbung, Hinweise auf Produkte, Verlinkung zur Internetseite) auch die Kategorie der bewußten Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Themen gibt. Hier wirken natürlich auch die Inhalte der beiden anderen Kategorien, doch die Beschäftigung mit bestimmten Themen setzt eine auch einen bestimmten Arbeitsablauf voraus. Private Tweets enthalten eine Bemerkung oder einen Link auf eine URL mit einem Video oder einem Bild. Der Besucher eines Tweets ließt den Text, schaut sich das Bild oder das Video an, gibt seine Meinung bekannt oder sendet die Information weiter.
Die Arbeitsweise in der dritte Kategorie möchte ich an einem Beispiel erkären.
Wie beherrsche ich die “Informationsflut” dieses neunen Kanals (als Medium möchte ich es nicht bezeichnen da die Grundlage die Internettechnologien sind)? Die Antwortkonnte ich nur finden, nachdem ein Twitteraccount von mir eröffnet wurde und ich mit den Suchfunktionen vertraut war. Wenn man nicht aufpasst “vertwittert” man sich ganz schön und es sind zwei Stunden vergangen und es ist nicht passiert, außer das ich jetzt weis wer/was/wie/wozu gesagt hat. Man beherrscht die Menge mur wenn man sich auf bestimmte Kriterien konzentriert.
Privat nutze ich den Twitternamen drachenfisch. Die Tweets werden mit verschiedenen Tools erstellt, je nach dem wo ich gerade bin und welche Technik ich zur Verfügung habe. Im Studium bin ich Autor des Twitteraccounts eEducation.
Die nächste Frage war: womit fülle ich meinen Microblog? Diese Frage ist in sofern wichtig, da ich bereits nicht nur eine Internetseite betreibe, einen Web-Blog besitzte, ein Handy (für den SMS-Versand) habe und meine E-Mails in 18 Accounts aufgeteilt habe. Hier kam mir ein Auftrag meiner Mentoren recht, die Verwendung von Twitter in Masterstudiengängen zu prüfen. Der Inhalt solle Informationen zu E-Education und E-Learning darstellen. Ich habe jetzt nicht geprüft, wie viele Seiten es zu diesem Thema schon gibt.
Wie bin ich an die Lösung der Aufgabe herangegangen? Ausgangspunkte waren der Twitter-Account eEducation, verschiedenen Twitter-Tools (TweetDeck, Splitweet und Twitter-Tool für WordPress), der Browser Firefox mit Sage RSS-/ATOM-Betrachter und das Literaturverwaltungsprogramm Citavi. Ein keiner praktischer Tipp an dieser Stelle: die Benutzung von zwei Monitoren ist recht zweckmäßig.
Mit den Sage RSS-Betrachter konnte ich die Aktualisierung der von mir betrachteten Blogs verfolgen. Die für mich wichtigen Artikel wurden in Citavi als Literaturquelle aufgenommen und mit Suchbegriffen versehen. Je nachdem welche Information durch die Blogbetreiber bereitgestellt wurde, entschied ich über den sofortigen Eintrag in einen Tweet. Dieser Eintrag wird mit einen Kürzel des Ursprungs, Z.B. via e-Denkanarium, einer Kurzbeschreibung des Inhalts oder nur der Überschrift und dem Kürzel der URL gestaltet. In der Anfangsphase stellte ich die Quellen nach einem kurzen “Überfliegen” des Inhaltes ein. Heute bin ich der Meinung, dass man sich doch ersteinmal intensiver mit dem Inhalt auseinander setzen sollte. Das betrifft vor allem Vorträge und Printmedien. Einige der Betreiben von Wissenschaftsblogs haben selbst Twitter-Accounts, so dass man die Funktion Re-Tweet benutzen kann, um die Inhalte weiterzuleiten oder in seine Tweets aufzunehmen. Ein Twitter-Account lebt nicht von den 1000 Zuschauern sondern von den Friends, die durch ihre eigenen Tweets meine Inhalte vervollständigen. Doch diese gesammelten Informationen sieht man z.B. bei https://twitter.com/eEducation nicht, sondern nur in speziellen Tools, wie Z.B. Splitweet.
Einige twitternde Wissenschaftler geben ihre Erkenntnisse in ihren Blogs bekannt und nutzten die Tweets als “Postwurfsendung”. Innerhalb der Blogs sind die Artikel mit Kommentarfunktionen eingerichtet. Hier sollte man die Möglichkeit nutzen an einer Diskussion teilzunehmen. Denn für mich als Bildungswissenschaftler reicht es nicht aus, nur Hausarbeiten geschrieben zu haben, sondern ich muss mit meinem Wissen in der Praxis auch agumentieren können. Aus diesem Grund nutze ich meine Blog zur Argumentation und meine Tweets zur Veröffentlichung.
In der wissenschaftlichen Praxis dient Twitter als zusätzliche Möglichkeit eigenen Gedanken zu verbreiten. Die eigentliche Argumentation sollte im Blog statt finden. Die Veröffentlichung der eigenen Meinung als Printmedium oder als Pod-/Vodcast verstärkt diesen Prozess. Für die Informationsweitergabe von Quellen ist die Nutzung des Dienstes Twitter hervoragend geeignet. Um jedoch die Information zu kanalisieren ist die Moderation durch Lehrbeauftragte notwendig. Ansonsten würde Twitter auch wie eine Suchmaschine nur eine Sammelstelle.